Kommunalwahl 2016

Brief des Vorstandes an die zur Wahl stehenden Dieburger Kandidaten

Hier der Wortlaut des Briefes:

Wir, der Vorstand und die Mitglieder des Eine Welt Verein Dieburg – Verein für faires Miteinander in der einen Welt -  befassen uns mit der Vermittlung von Kennnissen über das Alltagsleben und die Probleme von Produzenten und Produktionsgemeinschaften insbesondere in den Ländern des Südens. Wir unterstützen Maßnahmen, welche die Idee der fairen Wirtschaftsbeziehungen global und lokal fördern und umsetzen und wir leisten  finanzielle und materielle Hilfen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung in den Entwicklungsländern und in den benachteiligten Regionen der Welt. Der Verein besteht seit 5 Jahren in Dieburg und betreibt einen Weltladen zum Verkauf von Produkten aus dem Fairen Handel.

Weltläden befinden sich in vielen Städten und die dortigen Vereine verfolgen die gleichen Ziele. Einige von ihnen – wie kürzlich Groß Umstadt – erhielten das Label „Fair-Trade-Stadt“, weil sie sich darum beworben haben und die Kriterien des Vereins „TransFair e.V. erfüllen. TransFair e.V. wird von 30 Mitgliederorganisationen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Kirche, Sozialarbeit, Bildung, Politik und Umwelt getragen. Er vergibt das Fairtrade Siegel für fair gehandelte Produkte  und fördert das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum. Die Bezeichnung „Fair Trade Stadt“ wird für jeweils 2 Jahre verliehen und danach erneuert, sofern die Kriterien weiterhin erfüllt sind. Die Kriterien sind:

  1. Ein Beschluss des lokalen Parlamentes zur Unterstützung des Fairen Handels
  2. Bildung einer lokalen Steuergruppe, die die Aktivitäten auf dem Weg zur „Fair-Trade-Stadt vor Ort koordiniert.
  3. In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden mindestens zwei Produkte aus dem Fairen Handel angeboten. Richtwert ist die Einwohnerzahl der Kommune.
  4. Produkte aus dem Fairen Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet. Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ umgesetzt.
  5. Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur Fair-Trade-Stadt.

Dieburg erfüllt bereits jetzt einige der Voraussetzungen, sodass der Weg nicht mehr so weit ist.

Voraussetzung bleibt aber  ein Beschluss des jeweiligen Stadtparlamentes, Fair Trade Town werden zu wollen. Wir fragen Sie daher als Kandidat/Kandidatin für die Dieburger Stadtverordnetenversammlung, wie sie zu einem solchen Prozess stehen und ob Sie einen solchen Beschluss befürworten würden.

Allerdings sollten sich die kommunalen Aktivitäten nicht nur auf die Verleihung eines Titels beschränken. Um den Gedanken der Eine-Welt-Arbeit (kommunalen Entwicklungszusammenarbeit) besser in einer Stadt zu verankern, kämen noch weitere Maßnahmen in Betracht z.B.:

  • Schaffung von personellen und räumlichen Voraussetzungen, um derentwicklungspolitischen Bildungsarbeit, den antiraassistischen und migrationspolitischen Initiativen genügend Raum und Unterstützung zu geben z.Bsp durch Benennung  konkrete Ansprechpartner.
  • Fassen von Beschlüssen zur global-sozialen und ökologischen kommunalen Beschaffung, zum Verbot von Produkten und Dienstleistungen, die mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt werden ;
  • Förderung des Bewusstseins über kommunale entwicklungspolitische Zusammenarbeit im öffentlichen Raum
  • Schaffung eines Fördertopfes zur Unterstützung von Eine-Welt-Initiativen;
  • Schaffung einer Nord-Süd-Partnerschaft

Hierzu würde uns ihre Meinung interessieren ! 

Sollten Sie noch weitere Fragen dazu haben oder wollen Sie uns kennen lernen, kommen Sie am Freitag, 26.2. 2016 zwischen 16.00 Und 18.30 Uhr zu uns in den Weltladen Dieburg, Steinstraße 5. Wir würden uns über eine schriftliche Antwort oder einen Besuch von Ihnen noch vor der Kommunalwahl sehr freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Gertrud Meyer-Sauerwein

1. Vors. Eine Welt Verein Dieburg e.V.

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