Faire Kakaopreise
Im Jahr 2025 merkte es jede:r Schokoladenliebhaber:in beim Einkauf der geliebten Schokoladenprodukte am eigenen Geldbeutel. Ursache war der Klimawandel. Dieser traf die Kakaobäuer*innen in Côte d’Ivoire und Ghana mit voller Wucht. Aus diesen beiden Ländern kommt der Großteil unseres Kakaos in Deutschland. Durch Extremwetterereignisse konnten sich Krankheiten an den Kakaobäumen ausbreiten und haben zu Ernteeinbußen von bis zu 40 Prozent geführt. Die Armut der Kakaobäuer*innen und ihrer Familien war schon in den Jahren zuvor stark gestiegen. Durch die jahrzehntelangen Dumpingpreise für Kakao waren sie nicht in der Lage, die notwendigen Investitionen in ihre Kakaobäume zu tätigen oder gar neue zu pflanzen. Daran änderten auch die Rekordpreise für Kakao nichts. Denn wer nicht ernten konnte, konnte auch nichts verdienen.
Mittlerweile ist der Weltmarktpreis für Kakao wieder gesunken (s.u.).
Die zunehmende Armut verschärft auch weiterhin die Kinderarbeit im Kakaoanbau. Schätzungen gehen von 1,5 Millionen Kindern aus (Quelle: NORC-Studie der University of Chicago, 2020), die nicht zur Schule gehen oder unter skaven-ähnlichen Zuständen arbeiten müssen. Infos zu Kinderarbeit im Kakaosektor sind hier zu finden.
Kakao
Hier geht es um unsere heiß geliebte Schokolade.
Theobroma Cacao ist ein Kolonialprodukt – früher wie heute. Ursprünglich aus Mittel- und Südamerika kommend, wachsen die meisten Kakaobohnen - 70 % der Weltproduktion – heute in Afrika. Dort wurden sie einst von den Kolonialmächten eingeführt. Wie bei anderen landwirtschaftlichen Produkten wird der Preis längst nicht mehr durch Angebot und Nachfrage reguliert. Stattdessen wird an den Börsen in Kakao spekuliert, mit der Folge eines rapiden Preisverfalls für die Produzenten.
Die Bauern, die ihn produzieren, können ihn sich selbst nicht leisten, allenfalls die übrig gebliebenen Abfallstoffe dienen ihnen als Nahrungsmittel. Der afrikanische Kakaobauer hat meist keine andere Wahl, als die eigenen Kinder, anstatt in die Schule, in die Kakaoplantagen zu schicken.

© INKOTA, Make Chocolate Fair
„Wer Schokolade isst, isst mein Fleisch“, damit ist nicht etwa die süße Form der Hostie gemeint, sondern unsere heutige Realität von Sklavenhandel und Kinderarbeit. Die Ausgabe des Greenpeace Magazins (3.09) widmet sich schwerpunktmäßig diesem Thema. Die Globalisierung trifft in verheerender Weise die Kakaobauern der Elfenbeinküste. Dieses westafrikanische Land ist besonders vom Export der schokobraunen Bohnen abhängig.
Was können wir tun?
Vogel-Strauß-Politik hilft nicht weiter. Boykottaufrufe führen eher zu weiterer Verarmung, da die Bauern ihren Rohkakao dann für noch schlechtere Preise verkaufen müssten. Fair und Bio gehandelte Schokoladen aus dem Weltladen sind eine echte Alternative zu konventionellen Produkten.
Weitere Informationen sind u.a. auf der GEPA Seite "Schoklade" und der Kampagne Make Chocolate Fair! zu finden.
Vom Kakaobaum bis zum Konsumenten. Die Wertschöpfungskette von Schokolade
Nach dem Anstieg der Kakaopreise 2024/2025 ist der Preis an der Börse zu Beginn des Jahres 2026 wieder gefallen. In all den vergangenen Jahrzehnten ist der reale Preis von Kakao gesunken. Im gleichen Zeitraum ist in Deutschland, gemessen an der Kaufkraft, Schokolade immer billiger geworden und die konsumierte Menge stieg massiv an. Getrübt wird die Freude über die preiswerte Schokolade durch Berichte über schlechte Lebensbedingungen der Menschen, die Kakao anbauen. Vor allem in den westafrikanischen Kakaoanbaugebieten, wo mehrere Millionen Menschen vom Anbau des Rohstoffes für Schokolade leben, ist die Lebenssituation des größten Teils der Kakaoanbauern sehr schlecht. Von dort stammen mehr als 90 % des in Deutschland konsumierten Kakaos. Um herauszufinden, wer im Kakaosektor Verantwortung für Missstände übernehmen muss, wird in der vorliegenden Studie die Wertschöpfungskette der Schokolade erläutert.

Die Analyse zeigt, dass in den verschiedenen Produktionsstufen der Schokolade unterschiedliche Instanzen den Markt dominieren. Beim Anbau sind dies rund 5,5 Mio. nicht organisierte Kleinbauern, in den weiteren Verarbeitungsstufen jeweils eine Hand voll multinationaler Unternehmen. Die Analyse belegt, dass eine Verbesserung der Situation in den Kakaogebieten nur zu sehr geringen Preiserhöhungen in der Produktionskette führen würde. Eine durchschnittliche Tafel Vollmilchschokolade enthält lediglich Kakao im Wert von rund sechs Cent und bei den derzeitigen Zertifizierungsansätzen liegt der Aufpreis für Schokolade aus nachhaltiger Produktion derzeit bei rund einem Cent pro Tafel.
Verschiedene Artikel von Südwind e.V., ein Verein, der sich schon viele Jahre mit dem Thema Kakao auseinandersetzt, sind hier zu finden (hier als Suchbegriff Kakao eingeben).
Was steckt hinter den Schokoladen-Siegeln?
Zeichen und SiegelWas kostet Kakao an der Börse?
Kakao-Preis aktuellReportage des NDR zu Menschenrechtsverletzungen bei Lindt
Kakao-Preis aktuellReportage zu Kinderarbeit in der Lindt Lieferkette (Schweizer Fernsehen)
https://www.srf.ch/news/schweiz/lindt-spruengli-in-schweizer-schoggi-steckt-kinderarbeitWeltspiegel Bericht über die Rainforest Alliance (Zertifikat, das nichts mit Fairem Handel zu tun hat!)
Elfenbeinküste: Kakao-Paradies – Kinderarbeit ade?Candy company Mars uses cocoa harvested by kids as young as 5 in Ghana: CBS News investigation
https://www.cbsnews.com/news/children-harvesting-cocoa-used-by-major-corporations-ghana/Schokoladenpreis auf Rekordniveau
https://taz.de/Auswirkungen-der-Klimakrise/!6070417/Supermärkte und die Ausbeutung von Kakaobäuer*innen
https://www.oxfam.de/publikationen/raising-the-bar-supermaerkte-ausbeutung-kakaoWo für Kakao der Wald stirbt
https://www.inkota.de/news/rodungen-und-schmuggel-der-grenzeKakao-Barometer 2025
Obwohl Schokoladenunternehmen seit Jahren mehr Nachhaltigkeit versprechen, hat sich die Situation der Kakaobauern und -bäuerinnen v.a. in Westafrika kaum verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Ausgabe des Kakao-Barometers, das regelmäßig einen Überblick über Nachhaltigkeitsinitiativen im Kakaosektor gibt.
Das Kakao-Barometer ist eine gemeinsame Publikation von VOICE, INKOTA, Stop the Traffik, ABVV-FGTB, FNV, SÜDWIND, Green America, Oxfam, Public Eye, Hivos, Mondial FNV, Solidaridad und ILRF.
Autoren: Antonie C. Fountain (VOICE), Friedel Hütz-Adams (SÜDWIND-Institut)
Zum Download des bisher nur auf englisch erschienenen und über 200 Seiten umfassenden Kakao-Barometers 2025 geht es hier.
Liebe Freunde und Freundinnen des guten Geschmacks,
Wochen vor den zwei "Großereignissen" sind die Regale der Supermärkte voll mit Billig-Oster oder "Weihnachts"-schokolade. Mit ca. 9,2 kg pro Kopf und Jahr sind die Deutschen zusammen mit den Schweizern an der Spitze des weltweiten Schokoladenkonsums. Weil so viel Schokolade weder für uns, noch für den Planeten und noch weniger für die Kakao-Kleinbauern gesund ist, ist das ein trauriger Rekord.
Deshalb appellieren wir mit Nachdruck:
"Schokolade darf kein Ramschprodukt sein, sondern eine WERTVOLLE Delikatesse!“
Wenn Schokolade, dann stellen Sie bitte diese essentiellen Fragen:
- WIE wird der Kakao angebaut?
Bio ist gut. Besser ist aktiver Regenwaldschutz, nachhaltiger Agroforstanbau in Mischkulturen mit alten Kakaosorten
- WIEVIEL verdienen die Bauern?
Fair-Trade ist löblich, aber nur der erste Schritt!
Ein wirklich faires Auskommen muss den Kleinbauern ermöglichen, sich die Zukunft selbst zu gestalten und das AUCH in Krisenzeiten. PERÚ PURO bezahlt mehr als das Doppelte des Fair-Trade-Bio-Preises, vorfinanziert und direkt am Hof, nicht erst im Hafen.
- WAS esst Ihr da eigentlich?
Industrieschokolade enthält meist wenig Kakao und dafür viele billige Fremdfette wie Butterreinfett oder Palmfett, dazu Sojalecithin, künstliche Aromastoffe und viel, viel Zucker. Echte Chocolatierskunst sieht anders aus: kleine Chargen, kleine Maschinen, Handarbeit und eine sehr kurze Zutatenliste: viel Edelkakao, wenig Zucker + (bei Milchschokolade Bio-Vollmilchpulver) - FERTIG!
Deshalb bieten wir etwas ganz besonderes, nämlich die Schokoladen von Perú Puro.
