ZU VIEEL ISST ZU WNIG

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Der Weltladentag am 11. Mai bildete den Start einer gemeinsamen Unterschriftenaktion von Weltladen-Dachverband und Naturland und forderte die Bundesregierung dazu auf, kleinbäuerliche Wirtschaftsweisen in Entwicklungsländern stärker zu fördern. Nach der Bundestagswahl im Herbst sollen die gesammelten Unterschriften an die neu gewählte Regierung überreicht werden.

Hintergrund der Kampagne:

• Die Landwirtschaft produziert weltweit genug Nahrungsmittel für alle Menschen. Dennoch hungern 870 Millionen Menschen.

• Gleichzeitig leiden mindestens ebenso viele Menschen an Übergewicht und seinen gesundheitlichen Folgen.

• In den Industrieländern landen ca. 1/3 der Lebensmittel im Müll.

• Die Industrieländer setzen weiterhin auf industrielle, monokulturelle Massenproduktion unter massivem Einsatz von Energie und Pestiziden. Die dafür eingesetzten fossilen Ressourcen, die dafür in hohem Maße eingesetzt werden, werden immer knapper und die Umweltschäden solcher Produktionsmethoden sind dramatisch.

 

Mit drei Forderungen wenden wir uns nach der Bundestagswahl im September 2013 an die neue Bundesregierung. Wir bringen die Anliegen des Fairen Handels und des Öko-Landbaus in die politische Diskussion ein.

 

1. Rechte von Kleinbäuerinnen stärken.

Wir fordern eine deutsche und europäische Handels- und Agrarpolitik, die den Aufbau lokaler Märkte und regionaler Wertschöpfungsketten in Entwicklungsländern ermöglicht. Dazu gehören:

  • gerechte Welthandelsregeln
  • das Unterbinden von großflächigen Landnahmen und Nahrungsmittelspekulationen
  • der Verzicht auf weitere Marktöffnungen in Entwicklungsländern und
  • die Abschaffung der Agrarexportförderung in Europa.

 

2. Kleinbäuerliche Wirtschaftsweisen fördern statt Agrarindustrie.

Wir fordern mehr Investitionen in eine agrarökologisch ausgerichtete Beratung, in die Weiterbildung von Kleinbäuerinnen und mehr Mittel für Kleinkreditprogramme.

 

3. Umwelt- und klimafreundliche Lebensmittelproduktion weltweit fördern.

Wir fordern mehr Forschungsgelder für ökologischen Landbau, auch in Trockengebieten und tropischen Klimazonen.

Kleinbäuerinnen müssen zudem bei den notwendigen Anpassungsstrategien an den Klimawandel finanziell, fachlich und technisch unterstützt werden.

 

336 Unterschriften wurden von uns gesammelt!

 

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Noch mehr Hintergrund:

Seit 2010 machen Naturland und der Weltladen-Dachverband im Rahmen der Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr!“ auf die weltweite Ernährungskrise aufmerksam. Unter dem Motto „Kleinbauern säen die Zukunft“ stellten wir 2012 drei Fair-Handels-Kooperativen vor, die zeigen, wie Landwirtschaft zukunftsfähig und gerecht gestaltet und so die Existenzgrundlage von vielen Tausend Menschen gesichert werden kann.

 

Mit dem Slogan „ZU VIEEL ISST ZU WNIG.“ wollen wir aufrütteln, irritieren und polarisieren. Wir wollen die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Missstände und Ungerechtigkeiten in der globalen Landwirtschaft lenken.

 

Die Lösung der weltweiten Ernährungskrise liegt nicht in einer endlosen technologischen Intensivierung der Landwirtschaft (vorwiegend in den Industrieländern), sondern darin, die lokale Nahrungsmittelproduktion und kleinbäuerliche Strukturen (in Entwicklungsländern) zu fördern.

 

Hunger und Armut sind in den meisten Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas eine Frage der regionalen Selbstversorgung. Der Faire Handel beweist, dass Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit ökologischen Anbaumethoden ihre eigene Ernährung souverän sichern und zusätzlich Einnahmen generieren können, die sie für Investitionen in ihre Zukunft brauchen, zum Beispiel für Bildung, Gesundheit und technische Ausstattung.

 

Wo Kleinbauern genügend Land, Wasser, Geld und Arbeitsgeräte zur Verfügung stehen, produzieren sie einen deutlich höheren Nährwert pro Hektar als die industrielle Landwirtschaft.

 

Wir fordern die Bundesregierung daher auf, sich mit dem Ziel einer zukunftsweisenden Ernährungssicherung auf nationaler und internationaler Ebene für eine umweltverträgliche, klima- und Standort-angepasste kleinbäuerliche Landwirtschaft sowie für die weltweite Verbreitung der Prinzipien des Öko-Landbaus und des Fairen Handels einzusetzen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.oekoplusfair.de

Dieser Text steht als Infoblatt, sowie die Unterschriftenliste, eine Präsentation und weitere Texte als Download zur Verfügung.

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